Von der Lokalredaktion von Vielohrsophen.de
An der Langen Bank auf dem Regensburger Neupfarrplatz stehen jetzt drei bepflanzte Inseln mit hohen Rankgerüsten. Die modularen Gefäße gruppieren sich um das Dani-Karavan-Kunstwerk und sollen den stark versiegelten Platz schrittweise in einen angenehmeren Aufenthaltsort für heiße Tage verwandeln.
Der sichtbare Umbau dauerte nach Angaben der Stadt Regensburg lediglich zwei Arbeitstage. Tiefbauarbeiten waren nicht nötig: Die Systeme wurden direkt auf der vorhandenen Pflasterfläche montiert und anschließend bepflanzt. Bis die Kletterpflanzen ausreichend Schatten werfen, müssen Besucher allerdings Geduld haben.
Drei Pflanzinseln verändern die Lange Bank
Die Konstruktionen stammen von der Schweizer Firma Duroplant. Ihre Rankgerüste erreichen eine Höhe von vier Metern; der obere Metallring hat einen Durchmesser von sechs Metern. Damit entsteht über jedem Pflanzgefäß eine große Fläche, an der sich die Kletterpflanzen ausbreiten können.
Zum Einsatz kommen Hopfen, Schokoladenwein, Geißblatt und Clematis. Ergänzt werden sie durch farbenfrohe Stauden und Gräser aus der städtischen Gärtnerei. Während diese Bepflanzung den Bereich bereits optisch verändert, entwickelt sich das eigentliche Blätterdach erst im Laufe der kommenden Wachstumsperioden.
Die modulare Bauweise spielt an diesem Standort eine zentrale Rolle. Weil keine Fundamente oder Leitungsarbeiten im Boden erforderlich sind, ließ sich die Lange Bank kurzfristig umgestalten, ohne eine längere Baustelle auf dem zentralen Platz einzurichten.
Aufgeheizte Pflasterflächen treffen auf natürlichen Schatten
Der Neupfarrplatz gehört zu den zentralen Treffpunkten der Regensburger Innenstadt. Auf seiner weitgehend versiegelten Fläche fehlt jedoch an vielen Stellen Schatten. Bei Hitze erwärmt sich das Pflaster stark, wodurch die Aufenthaltsqualität rund um die Sitzbereiche sinkt.
Die Pflanzen sollen diese Situation direkt an der Langen Bank abmildern. Nach vollständigem Anwuchs können ihre Blätter Schatten spenden und das unmittelbare Mikroklima beeinflussen. Blüten und duftende Kletterpflanzen verändern zugleich den Charakter eines Bereichs, der bislang von Stein, Sitzfläche und Kunstwerk geprägt war.

Für Besucher bedeutet das eine schrittweise Veränderung: Die Pflanztröge sind schon vorhanden, die volle Beschattungswirkung wird nach Einschätzung der Stadt aber erst nach etwa ein bis zwei Jahren erreicht.
900 Liter Wasserspeicher unterstützen die Bepflanzung
Jede Pflanzinsel verfügt über einen integrierten Wasserspeicher. Zusammen mit dem Substrat kann das System mindestens 900 Liter Wasser in einer Form halten, die den Pflanzen zur Verfügung steht. Das soll eine verlässlichere Bewässerung der Stauden, Gräser und Kletterpflanzen ermöglichen.
Das Amt für Stadtgrün überwacht die Gefäße digital. Sensoren erfassen Bodenfeuchte und Temperatur; die Messwerte können per App kontrolliert werden. Die dafür vorgesehene Technik der Step-Systems GmbH soll laut städtischer Mitteilung Anfang September installiert werden.
Weitere Sensoren der Sensorik-Bayern GmbH sollen untersuchen, wie sich die Begrünung auf die kleinräumigen klimatischen Bedingungen auswirkt. So lässt sich über die sichtbare Entwicklung der Pflanzen hinaus auswerten, ob und in welchem Umfang die Inseln ihren vorgesehenen Zweck erfüllen.
Rund 90.000 Euro für ein städtisches Klimalabor
Lieferung und Montage der Pflanzgefäße kosteten nach Angaben der Stadt rund 90.000 Euro. Das Vorhaben ist als Klimalabor der Maßnahme „Resiliente Stadt“ Teil des Smart-City-Förderprojekts R_NEXT. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fördert das Projekt mit 65 Prozent.
Der Begriff Klimalabor beschreibt hier einen räumlich begrenzten Praxistest: Begrünung und Beschattung werden im laufenden Betrieb erprobt und anhand von Messdaten bewertet. Für Regensburg ist dabei relevant, dass neue Lösungen mit den Einschränkungen im Welterbe vereinbar sein müssen.
Bürgermeisterin Dr. Helene Sigloch sieht in den flexiblen Systemen eine Möglichkeit, ohne dauerhaften Umbau neue Schatten- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen. Ob sich dieser Ansatz am Neupfarrplatz bewährt, sollen die Wachstumsphase der Pflanzen und die erfassten Klima-, Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten zeigen.
Quelle: City of Regensburg Press Releases
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Quellennachweis
Grundlage des Berichts ist die Pressemitteilung der Stadt Regensburg zum Pilotprojekt am Neupfarrplatz.
- Zahl der Pflanzinseln und die zweitägige Montage wurden mit der städtischen Mitteilung abg...
- Höhe, Ringdurchmesser, Pflanzenauswahl und Wasserspeicher wurden anhand der technischen An...
- Kosten, Förderquote und Zuordnung zum Projekt R_NEXT wurden getrennt geprüft.
- Anwuchszeit und angekündigte Sensorinstallation wurden als künftige Projektschritte gekenn...
- Quelle
- Stadt Regensburg – Pressemitteilung
- Umfang
- Regensburg
- Aktualisiert
- 2026-08-17 18:57
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