2026-08-03 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Vogelperspektive auf die Essener Innenstadt mit der markanten Synagoge im Vordergrund an einem sonnigen Tag.

In Essen wächst der Spielraum für Mieterhöhungen

Von der Redaktion Vielohrsophen.de | Stand: 3. August 2026

Um 29 bis 43 Cent je Quadratmeter steigen die Basiswerte des Essener Mietspiegels. Die genaue Erhöhung hängt von der Wohnungsgröße ab. Der neue Mietspiegel gilt seit dem 1. August 2026 und dient Mietenden wie Vermietenden dazu, die ortsübliche Vergleichsmiete für eine Wohnung einzuordnen.

Die Anpassung bedeutet jedoch nicht, dass jede Bestandsmiete automatisch um diesen Betrag oder pauschal um 4,42 Prozent steigt. Verändert wurden die Basiswerte, die zusammen mit den weiteren Merkmalen einer Wohnung in die Berechnung einfließen. Grundlage ist die Fortschreibung des qualifizierten Mietspiegels 2024.

Die wichtigsten Werte auf einen Blick

Kennzahl Wert
Anhebung der Basiswerte 29 bis 43 Cent je m²
Gesamtanpassung 4,42 Prozent
Rechnerische jährliche Entwicklung 2,19 Prozent
Verbraucherpreisindex Januar 2024 117,6
Verbraucherpreisindex Januar 2026 122,8
Gültigkeitsbeginn 1. August 2026
Gültigkeitsende 31. Juli 2028

Die Spanne von 29 bis 43 Cent lässt sich nicht ohne die konkrete Wohnungsgröße auf einen einzelnen Mietvertrag übertragen. Aus der Mitteilung der Stadt Essen geht keine vollständige Zuordnung einzelner Quadratmeterklassen zu den jeweiligen Erhöhungsbeträgen hervor. Dafür sind der veröffentlichte Mietspiegel und der aktualisierte Rechner maßgeblich.

4,42 Prozent ergeben sich aus zwei Indexständen

Der Mietspiegel 2026 ist keine vollständig neue Erhebung, sondern eine gesetzlich vorgesehene Fortschreibung des Mietspiegels 2024. Nach zwei Jahren musste dieser gemäß Paragraf 558d Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs an die Marktentwicklung angepasst werden.

Ein externer Dienstleister berechnete die Veränderung im Auftrag der Stadt Essen anhand des Verbraucherpreisindex für Deutschland. Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Index lag zum ursprünglichen Erhebungsmonat Januar 2024 bei 117,6 Punkten. Im Januar 2026 waren es 122,8 Punkte.

Aus diesen beiden Ständen ergibt sich nach Angaben der Stadt eine Steigerung um 4,42 Prozent beziehungsweise eine jährliche Entwicklung von 2,19 Prozent. Diese Werte beschreiben die rechnerische Fortschreibung der Basiswerte. Sie belegen für sich allein weder eine automatische Erhöhung jeder Miete noch einen identischen Preisaufschlag für sämtliche Wohnungen in Essen.

Für Mietende und Vermietende zählt die einzelne Wohnung

Ein qualifizierter Mietspiegel bildet die ortsübliche Vergleichsmiete nach einer wissenschaftlich erstellten Systematik ab. Der Essener Mietspiegel wurde von Interessenvertretungen der Mietenden und Vermietenden als qualifiziert anerkannt.

Für Haushalte bietet er eine Grundlage, um eine verlangte oder bestehende Miete anhand objektiver Kriterien einzuordnen. Vermietende können damit prüfen, in welchem Rahmen eine Mietforderung liegt. Nach Darstellung der Stadt setzt der Mietspiegel zugleich die Obergrenze für darauf gestützte Mieterhöhungen.

Entscheidend bleibt deshalb nicht allein der durchschnittliche Indexanstieg. Erst die im Mietspiegel vorgesehenen Wohnungsmerkmale und die passende Wohnungsgröße führen zum konkreten Vergleichswert. Die veröffentlichten 29 bis 43 Cent zeigen den Umfang der geänderten Basiswerte, ersetzen aber keine Berechnung für die einzelne Wohnung.

Gültig bis Ende Juli 2028

Der Mietspiegel 2026 gilt vom 1. August 2026 bis zum 31. Juli 2028. Eine weitere Fortschreibung desselben Mietspiegels nach diesem Zeitraum ist laut Stadt und den Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuchs nicht vorgesehen.

Für den Mietspiegel 2028 muss Essen deshalb wieder Daten erheben. Geplant ist eine Befragung, die eine neue Grundlage für die dann geltenden Vergleichsmieten schaffen soll.

Kostenloser Download und Rechner im Serviceportal

Die Stadt Essen stellt den vollständigen Mietspiegel 2026 kostenlos in ihrem Serviceportal bereit. Dort ist außerdem der aktualisierte Online-Mietspiegelrechner verfügbar. Mietende und Vermietende können damit die neuen Werte seit dem 1. August für ihre konkrete Wohnung nachvollziehen.

Quelle: City of Essen Press Releases

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