2026-08-13 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Polizeikräfte in Schutzausrüstung begleiten eine Demonstration auf einer belebten städtischen Straße.

Hannover setzt auf Zivilcourage gegen Catcalling

Pinke Stoffbeutel, Kreide auf dem Asphalt und Gespräche auf der Straße: In Hannover wollen mehrere Initiativen am 15. August auf Catcalling aufmerksam machen und Menschen ermutigen, Betroffene nicht allein zu lassen. Die Aktion beginnt um 19 Uhr und führt durch Linden-Nord, den Georgengarten und die Nordstadt.

Beteiligt sind die LimmernLichter, Catcalls of Hannover und der Kommunale Präventionsrat Hannover. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Belästigung im öffentlichen Raum sichtbarer machen lässt – und wie Passantinnen und Passanten Zivilcourage zeigen können. Für Menschen, die am Abend in den betroffenen Stadtteilen unterwegs sind, bietet die Aktion die Möglichkeit, Informationen direkt vor Ort zu bekommen und das Thema im Gespräch aufzugreifen.

Pinke Beutel und Gespräche in Hannover

Erstmals verteilen die Beteiligten pinke Stoffbeutel mit dem Motiv der städtischen Kampagne „Catcalling is OVER in HannOVER“. Darin befinden sich Sticker, Informationsflyer und ein Bottlguard von @Ausgehkultur.info. Der Flaschenschutz soll vor dem Einbringen unerwünschter Substanzen schützen und zugleich für das Thema sensibilisieren.

Die Beutel werden nicht nur am Aktionstag ausgegeben. Die LimmernLichter wollen sie bis Ende September in ihren Einsätzen an Freitag- und Samstagnächten verteilen, solange der Vorrat reicht. Damit soll der Austausch über persönliche Sicherheit, Catcalling und mögliche Unterstützung im Alltag auch nach dem 15. August weitergehen.

Nach Angaben der Landeshauptstadt Hannover sind die LimmernLichter als allparteiliches Konfliktmanagement im öffentlichen Raum unterwegs. Am Aktionstag wollen die Beteiligten deshalb nicht allein Material verteilen, sondern mit Bürger*innen über eigene Erfahrungen, Sicherheitsgefühl und Möglichkeiten der Zivilcourage sprechen.

Hannover setzt auf Zivilcourage gegen Catcalling

Catcalling kann Wege und Verhalten verändern

Als Catcalling gelten unerwünschte verbale oder nonverbale Belästigungen im öffentlichen Raum. Dazu zählen sexualisierte Zurufe, anzügliche Kommentare oder Pfeifen. Laut Landeshauptstadt Hannover erleben vor allem Frauen und queere Menschen solche Situationen als Verunsicherung, Angst oder Machtlosigkeit.

Wiederholte Belästigung kann dazu führen, dass Betroffene bestimmte Wege, Orte oder Uhrzeiten meiden. Die Aktion richtet sich deshalb nicht allein gegen einzelne Zurufe. Sie thematisiert auch, wie frei und sicher Menschen öffentliche Räume tatsächlich nutzen können.

Kreideaktion macht Erfahrungen sichtbar

Catcalls of Hannover bringt anonym eingesandte Erfahrungen mit Kreide auf Straßen und Plätze. Erlebnisse, die sonst oft im Privaten bleiben, werden dadurch im Stadtraum sichtbar und können Gespräche auslösen.

In diesem Jahr soll besonders Zivilcourage stärker in den Blick rücken. Gemeint sind Situationen, in denen Menschen Haltung zeigen, eingreifen oder Betroffene auf andere Weise unterstützen. Sinem Eryurt-Celik, Geschäftsführerin des Zentrums für Kommunale Kriminalprävention, nennt Zivilcourage einen Beitrag zu einem respektvollen, sicheren und solidarischen Miteinander.

Die wichtigsten Fakten

  • Die Aktion findet am 15. August ab 19 Uhr statt.
  • Stationen sind Linden-Nord, Georgengarten und Nordstadt.
  • LimmernLichter, Catcalls of Hannover und der Kommunale Präventionsrat Hannover sind beteiligt.
  • Pinke Informationsbeutel sollen bis Ende September bei nächtlichen Einsätzen verteilt werden, solange der Vorrat reicht.
  • Weitere Angaben zu einem festen Ablauf, einer Anmeldung oder einzelnen Treffpunkten nennt die Mitteilung nicht.

Quelle: State Capital Hannover News

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