2026-08-07 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Eine ewige Flamme brennt feierlich an einem öffentlichen Gedenkmonument in einem Park.

Bremen gedenkt Namibia am 11. August im Nelson-Mandela-Park

Am Dienstag, den 11. August 2026, richtet Bremen im Nelson-Mandela-Park eine öffentliche Gedenkveranstaltung zum Völkermord in Namibia aus. Der Abend beginnt am Antikolonialmahnmal und verbindet Trauer mit einem klaren inhaltlichen Schwerpunkt: die Frage nach Herkunft, Verantwortung und möglicher Rückgabe kulturellen Erbes. Die Veranstaltung richtet sich als offener Zugang an die Stadtöffentlichkeit.

Veranstaltung am Antikolonialmahnmal

  • Termin: Dienstag, 11. August 2026, ab 17 Uhr
  • Ort: Nelson-Mandela-Park, Grünanlage an der Gustav-Deetjen-Allee (Antikolonialmahnmal)
  • Ablauf: Begrüßung, Grußworte, Vortrag, Gedenkteil und Schlussworte
  • Grußredner: Finanzsenator Björn Fecker und Dr. Thomas Köcher (Landeszentrale für politische Bildung Bremen)
  • Hauptbeitrag: Silke Seybold zu postkolonialer Provenienzforschung und Rückgabe anhand der Herero-Sammlung im Übersee-Museum Bremen
  • Erinnerungsteil: Schweigeminute und Blumenniederlegung, Moderation durch Virginie Kamché

Fehlende praktische Angaben – etwa zu Anmeldung, Erreichbarkeit per ÖPNV, Parken, Barrierefreiheit oder Barrierekonzept – sind in der Mitteilung nicht enthalten. Laut Pressetext sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien eingeladen; ein kompletter Ablaufplan liegt im genannten Flyer vor.

Wer spricht und welche Perspektive im Mittelpunkt steht

Die Begrüßung soll den Rahmen setzen: der Senator für Kultur nimmt als Veranstalterposition Bezug auf Bremer Verantwortung in kolonialen Kontexten. Anschließend steht die fachliche Perspektive im Fokus. Silke Seybold erläutert laut Programm, wie Provenienzforschung in einem konkreten Bestand arbeitet und welche rechtlichen wie historischen Fragen daraus für die Rückgabe von Objekten erwachsen. Diese Struktur macht den Abend für Interessierte aus Kultur- und Erinnerungspolitik besonders relevant, weil nicht nur ein historischer Rückblick, sondern ein laufender Entscheidungsprozess sichtbar gemacht wird.

Historischer Kontext und Bremer Bezug

Im Hintergrund verweist die Mitteilung auf den Aufstand im Januar 1904, die Schlacht von Ohamakari (Waterberg) am 11. August 1904, den anschließenden Krieg bis 1908 und die gezielte Gewalt gegen Ovaherero, Ovambanderu, Nama, Damara und teils auch San. Die Quellen nennen bis zu 90.000 Opfer, viele durch Kampf, Flucht, Verdursten oder Zwangsarbeit in kolonialen Lagern. Die Aussagen zu „Rassenkampf“ und Vernichtungsstrategie werden im Text als historischer Befund benannt.

Bremen gedenkt Namibia am 11. August im Nelson-Mandela-Park

Bremen wird dabei nicht abstrakt, sondern lokal verortet: Die Stadt war als Hafen ein wichtiger Knotenpunkt kolonialer Warenströme, und Bremer Kaufleute wie Adolf Lüderitz oder Heinrich Vogelsang sind Teil der historischen Einordnung. Die Herero-Sammlung im Übersee-Museum Bremen bildet damit einen konkreten Prüfstein, weil sie zeigt, wie kolonial entstandene Objekte heute in städtischen Institutionen präsent bleiben.

Was der Gedenktag für die laufende Debatte bedeutet

In der Mitteilung wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Frage nach angemessenem Gedenken, gegenwärtigem Rassismus und Rückgabe nicht als abgeschlossen gilt. Für Bremen bleibt der Abend deshalb mehr als ein Erinnerungstermin: Er ist ein öffentlicher Prüfpunkt dafür, wie kulturpolitische Verantwortung im Alltag sichtbar gemacht wird. Veranstalter sind die Landeszentrale für politische Bildung Bremen, die Senatskanzlei, der Verein Der Elefant! e.V., das Afrika Netzwerk Bremen, das Bremer Afrika-Archiv e.V. und der Senator für Kultur, unter Mitwirkung des Kulturladens Huchting und der LAG Selbsthilfe Bremen. Für Medienanfragen bleibt Tobias Peters (Landeszentrale für politische Bildung Bremen) sowie Jens Tittmann als Pressesprecher beim Senator für Kultur erreichbar.

Quelle: Free Hanseatic City of Bremen Press Releases

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