2026-07-30 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Sieben Männer mit Sicherheitswesten und Bauhelmen halten Vorschlaghämmer vor einem verfallenen, graffiti-beschmierten Bürogebäude.

Aachen schafft Platz für Sport – warum die Bagger warten

Von der Redaktion von Vielohrsophen.de
Stand: 30. Juli 2026; Grundlage: Pressemitteilung der Stadt Aachen.

Ein trockenes „Klonk“, dann rieseln erste Betonstücke zu Boden: Mit einem symbolischen Hammerschlag hat Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons den Rückbau des alten Polizeipräsidiums in der Soers eröffnet. Der sichtbare Abriss mit schweren Maschinen lässt allerdings noch mehrere Monate auf sich warten.

Das Grundstück gilt als entscheidende Fläche für den geplanten Sportpark Soers. Erst wenn die sieben Gebäude des früheren Präsidiums verschwunden sind, kann die Stadt das 33.350 Quadratmeter große Areal für die weitere Entwicklung vorbereiten. Ziemons zufolge werden diese freien Flächen zwingend benötigt, um aus dem bestehenden Sportstandort einen „Sportpark für Alle“ zu entwickeln.

Zuerst verschwinden Schadstoffe, nicht die Fassaden

Die Arbeiten beginnen kontrolliert im Inneren der Gebäude. Ver- und Entsorgungsleitungen wurden bereits getrennt; als Nächstes folgen Baustellencontainer, Lagerflächen und weitere Sicherungsmaßnahmen. Der vorhandene Zaun um das Gelände bleibt während und zunächst auch nach dem Rückbau stehen.

Aachen schafft Platz für Sport – warum die Bagger warten

Anschließend werden die Gebäude entrümpelt und technische Anlagen sowie Einrichtungsgegenstände ausgebaut. Bei der Entkernung trennt das beauftragte Team die unterschiedlichen Baustoffe, damit sie fachgerecht verwertet oder entsorgt werden können.

Den größten Zeitanteil beansprucht die Schadstoffsanierung. Asbest und künstliche Mineralfasern werden unter Begleitung von Fachgutachtern ausgebaut. Dafür sind fünf bis sechs Monate vorgesehen. Große Abrissbagger werden deshalb in der ersten Projektphase kaum zu sehen sein.

Das Ausmaß der Arbeiten reicht weit über das fünf bis sieben Geschosse hohe Hauptgebäude hinaus. Zurückgebaut werden außerdem ein Gebäude des Technischen Dienstes, eine Werkstatt mit Tankstelle, zwei Garagen und ein Schießstand. Auch unterirdische Tanks und die Abscheideranlage der Werkstatt müssen entfernt werden. Insgesamt umfasst der umbaute Raum rund 95.000 Kubikmeter.

Aachen schafft Platz für Sport – warum die Bagger warten

Das Grundstück soll Sportflächen für ganz Aachen öffnen

Der Sportpark Soers soll weiterhin große Sportveranstaltungen ermöglichen, zugleich aber stärker für die Aachener Bevölkerung nutzbar werden. Welche frei zugänglichen Angebote auf dem ehemaligen Polizeigelände konkret entstehen, ist in der Mitteilung noch nicht abschließend festgelegt.

Die Stadt prüft den Bau einer modernen Multifunktionssporthalle einschließlich eines sogenannten Mobility Hubs. Damit könnten Sportangebote und Mobilitätsfunktionen an einem Standort verbunden werden. Eine bestätigte Bauentscheidung oder ein Eröffnungstermin für diese Anlagen liegt bislang nicht vor.

Auch der Aachen-Laurensberger Rennverein erwartet zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. ALRV-Vorstandsmitglied Philip Erbers nennt dabei insbesondere die Jugendarbeit und die Förderung des Para-Sports. Sportdezernent Dr. Markus Kremer sieht den begonnenen Rückbau als sichtbares Signal, dass die lange vorbereitete Umgestaltung des Standorts tatsächlich anläuft.

Aachen schafft Platz für Sport – warum die Bagger warten

Neun bis zehn Monate Rückbau für 9,6 Millionen Euro

Projektdatum oder Kennzahl Bestätigter Stand
Rückbaubeschluss September 2024
Beginn von Schadstoffsanierung und Rückbau August 2026, nach der Reit-WM
Schadstoffsanierung etwa fünf bis sechs Monate
Maschineller Rohbauabbruch anschließend rund vier Monate
Geplanter Abschluss ungefähr Mai bis Sommer 2027
Projektbudget 9,6 Millionen Euro
Förderanteil 90 Prozent aus Mitteln für das Rheinische Revier

Während großer Sportereignisse sind Unterbrechungen eingeplant. Nach der Schadstoffsanierung zerlegen Maschinen den Rohbau; mineralische Abbruchmaterialien werden dabei getrennt und der Verwertung zugeführt. Die Pfahlgründung des Hauptgebäudes bleibt im Boden.

Für den Abbruch des Untergeschosses wird voraussichtlich vorübergehend Grundwasser abgepumpt werden müssen. Danach werden Keller und Fundamente zurückgebaut, die Baugrube verfüllt und das Gelände für seine spätere Nutzung hergerichtet. Bis zum Sommer 2027 soll das alte Polizeipräsidium vollständig aus dem Sportpark Soers verschwunden sein.

Quelle: City of Aachen Press Releases

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