2026-07-31 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Historisches, reich verziertes Gebäude mit markanten Zwillingstürmen und Wappen in einer deutschen Stadt.

Fürth senkt Schulden – was jetzt für die Stadt zählt

Fürth hat das Haushaltsjahr 2025 mit einem Überschuss von fünf Millionen Euro abgeschlossen. Gleichzeitig baute die Stadt erneut zwei Millionen Euro Schulden ab. Für die Einwohnerinnen und Einwohner bedeutet das vor allem: Fürth verfügt weiterhin über finanziellen Spielraum für Schulen, Kinderbetreuung und Infrastruktur – muss wegen kommender Belastungen aber sparsam bleiben.

Die Jahresrechnung 2025 wurde dem Fürther Stadtrat am Mittwoch, 29. Juli 2026, vorgelegt. Der Überschuss fällt geringer aus als im Vorjahr. Damals hatte die Stadt 14,4 Millionen Euro mehr eingenommen als ausgegeben. Das aktuelle Ergebnis ist deshalb positiv, erlaubt aber keinen Rückschluss darauf, dass die Finanzprobleme der Kommunen generell gelöst sind.

Fünf Millionen Euro Überschuss und 162,6 Millionen Euro Rücklage

Nach Angaben der Stadt Fürth lag der Überschuss der Jahresrechnung 2025 bei fünf Millionen Euro. Zusätzlich verfügte die Kommune zuletzt über eine Rücklage von 162,6 Millionen Euro. Diese Reserve stärkt die finanzielle Ausgangslage, muss aber im Zusammenhang mit den hohen geplanten Investitionen und steigenden Ausgaben betrachtet werden.

Die Stadt verweist darauf, dass zugleich Rekordinvestitionen, Schuldenabbau und Rücklagenbildung möglich seien. Von den dadurch sinkenden Zinsausgaben sollen unter anderem Bildungsangebote, Kinderbetreuung und die Infrastruktur profitieren.

Fürth senkt Schulden – was jetzt für die Stadt zählt

Pro-Kopf-Verschuldung seit 2010 mehr als halbiert

Fürth reduziert seine Verbindlichkeiten nach eigenen Angaben seit 16 Jahren kontinuierlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank dabei von 2550 Euro im Jahr 2010 auf aktuell 1160 Euro. Rechnerisch entspricht das einem Rückgang um mehr als die Hälfte.

Diese Entwicklung beschreibt den Schuldenstand der Stadt, sagt aber nicht automatisch etwas über die finanzielle Lage jedes einzelnen Haushalts aus. Ebenso wenig bedeutet der Rückgang, dass künftig keine neuen Kredite oder Belastungen entstehen können. Entscheidend bleibt, ob die Stadt den Schuldenabbau trotz wachsender Pflichtausgaben und neuer Investitionen fortsetzen kann.

Sozialausgaben und Bezirksumlage erhöhen den Druck

Oberbürgermeister Thomas Jung und Finanzreferentin Stefanie Ammon warnen deshalb vor einer zu großzügigen Ausgabenpolitik. Besonders bei den Sozial- und Personalausgaben rechnen sie mit weiteren Steigerungen.

Fürth senkt Schulden – was jetzt für die Stadt zählt

Fürth muss außerdem eine deutlich höhere Bezirksumlage schultern, weil die Sozialausgaben des Bezirks Mittelfranken stark steigen. Hinzu kommt die weiterhin ungewisse Finanzierung des Klinikums. Die Stadt nennt zudem ein umfangreiches Investitionsprogramm für Schulen und Brücken.

Rund 80 Millionen Euro Mehrbelastung in den kommenden Jahren

Jung und Ammon erwarten durch diese Faktoren in den nächsten Jahren eine Mehrbelastung von rund 80 Millionen Euro. Das relativiert den aktuellen Überschuss: Die Jahresrechnung zeigt, dass Fürth das vergangene Haushaltsjahr solide abschließen konnte. Sie ist jedoch keine Garantie dafür, dass die kommenden Haushalte ebenso entspannt ausfallen.

Für die kommunale Finanzpolitik stehen damit zwei Ziele gleichzeitig im Raum. Die Stadt will notwendige Investitionen finanzieren und ihre Rücklagen nutzen, ohne den über Jahre erreichten Schuldenabbau aufzugeben. Zugleich sollen steigende laufende Ausgaben nicht in eine neue Schuldenspirale führen.

„Wir müssen also trotz des erfreulichen Ergebnisses aktuell weiterhin konsequent sparsam wirtschaften“, betonen der Oberbürgermeister und die Finanzreferentin. Der Fürther Stadtrat muss diesen Kurs nun vor dem Hintergrund höherer Sozialausgaben, der Klinikumsfinanzierung und der geplanten Investitionen weiterverfolgen.

Quelle: City of Fuerth News

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