Der 3. Oktober erinnert an einen konkreten Schritt der deutschen Wiedervereinigung: An diesem Tag im Jahr 1990 trat die Deutsche Demokratische Republik (DDR) der Bundesrepublik Deutschland bei. Den Termin legte die frei gewählte Volkskammer der DDR fest. Heute ist der Tag der Deutschen Einheit ein bundesweiter Feiertag. 2026 fällt er auf einen Samstag – wer einen Ausflug oder Einkauf plant, sollte die Angaben vor Ort prüfen.
Von der Redaktion Vielohrsophen.de · Stand: 29. September 2026
Wer entschied über den 3. Oktober 1990?
Am 23. August 1990 beschloss die Volkskammer, dass die DDR mit Wirkung zum 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik beitritt. Die Abgeordneten nutzten dafür den damals geltenden Artikel 23 des Grundgesetzes. Der Beschluss bestimmte den Zeitpunkt des Beitritts; er war nicht erst eine spätere Festlegung für den Feiertagskalender.
Zwischen Beschluss und Beitritt lagen gut sechs Wochen. In dieser Zeit mussten die beiden deutschen Staaten die rechtlichen Folgen der Einheit regeln. Der Einigungsvertrag, der unter anderem die Übernahme von Bundesrecht und den Übergang staatlicher Aufgaben behandelte, wurde am 31. August unterzeichnet. Auch die außenpolitischen Fragen der Einheit waren noch zu klären. Der 3. Oktober gab diesen Schritten Zeit und setzte zugleich einen festen Termin für den Beitritt.
Damit lässt sich die häufige Frage nach der Wahl des Datums präzise beantworten: Die Volkskammer entschied über den Beitrittstermin, während die Regierungen beider Staaten die Umsetzung im Einigungsvertrag regelten. Der Vertrag bestimmte auch, dass der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag wird. Der Feiertag knüpft also an das Inkrafttreten der staatlichen Einheit an.
Was am 3. Oktober geschah – und was zuvor geschah
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 endete die DDR als eigenständiger Staat. Ihr Gebiet trat der Bundesrepublik bei; zugleich entstanden die ostdeutschen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Berlin wurde als Ganzes ein Land. Das ist das Ereignis, an das der Feiertag erinnert.
Die Einheit begann allerdings nicht in dieser Nacht. Die friedlichen Proteste in der DDR, die Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989, die erste freie Volkskammerwahl im März 1990 und die Verhandlungen zwischen den beiden deutschen Staaten gingen ihr voraus. Hinzu kamen Gespräche mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs über die außenpolitischen Bedingungen eines vereinten Deutschlands.
Der Mauerfall und der Tag der Deutschen Einheit bezeichnen deshalb unterschiedliche Ereignisse. Der 9. November 1989 steht für die Öffnung der Grenze und einen entscheidenden Durchbruch der friedlichen Revolution. Der 3. Oktober 1990 bezeichnet den vollzogenen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Wer den Ursprung des Feiertags verstehen will, muss beide Daten auseinanderhalten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet die deutsche Einheit als historischen Prozess nach. Ihre Beiträge bieten Hintergrund zu den politischen Entscheidungen und den Veränderungen, die für die Menschen in Ost und West mit der Wiedervereinigung verbunden waren.
Warum der Feiertag heute mehr umfasst als den Staatsakt
Am 3. Oktober wird nicht jedes Jahr ein Beitritt erneut vollzogen. Der staatliche Schritt fand 1990 statt. Die heutigen Feiern erinnern daran und geben Raum, über die Zeit davor und die Folgen der Einheit zu sprechen. Dazu gehören die friedliche Revolution ebenso wie die Erfahrungen der Menschen mit dem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel.
Diese Unterscheidung erklärt auch, weshalb eine Feier am 3. Oktober je nach Ort unterschiedlich aussehen kann. Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen oder Gespräche können einzelne Aspekte der Geschichte hervorheben. Ein lokales Programm ist aber kein Ersatz für das historische Datum: Anlass des bundesweiten Feiertags bleibt der Beitritt der DDR am 3. Oktober 1990.
Die Erinnerung umfasst außerdem mehr als eine Erfolgsgeschichte mit einem einzigen Endpunkt. Die staatliche Einheit trat an einem Tag in Kraft; das Zusammenwachsen der Gesellschaft war damit nicht abgeschlossen. Für viele Menschen änderten sich Behörden, Arbeitsleben und Alltag. Andere erlebten neue Freiheiten und Möglichkeiten. Beides gehört zum Verständnis dessen, was der Feiertag heute bedeutet.
Was der 3. Oktober 2026 für die Planung bedeutet
Im Jahr 2026 liegt der 3. Oktober auf einem Samstag. Für Menschen, die samstags ohnehin frei haben, entsteht dadurch kein zusätzlicher freier Werktag. Der Tag bleibt dennoch bundesweit gesetzlicher Feiertag. Für die Planung eines Einkaufs oder Ausflugs ist der Wochentag allein deshalb keine verlässliche Auskunft über geöffnete Geschäfte oder Einrichtungen.
Öffnungszeiten können vom Bundesland, der Art des Betriebs und örtlichen Ausnahmen abhängen. Auch Museen, Verkehrsbetriebe und Veranstalter veröffentlichen ihre Zeiten und Programme selbst. Wer den Feiertag nutzen möchte, prüft am besten die aktuelle Mitteilung des jeweiligen Geschäfts, Museums oder Veranstalters. Für eine Feier vor Ort sind die Angaben der ausrichtenden Stadt oder des Landes der passende nächste Anlaufpunkt.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Historischer Hintergrund
Die historische Einordnung stützt sich auf das Themenangebot der Bundeszentrale für politische Bildung zur deutschen Einheit.
- Beschluss der Volkskammer vom 23. August 1990 zum Beitrittstermin
- Einigungsvertrag und Festlegung des gesetzlichen Feiertags
- Örtliche Öffnungszeiten und Veranstaltungen für 2026 beim jeweiligen Anbieter
- Quelle
- Bundeszentrale für politische Bildung
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-29 07:42
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