Von der Redaktion Vielohrsophen.de | 4. August 2026
An heißen Tagen betreuen Freibadteams mitunter mehrere Tausend Besucher. Während am Beckenrand gespielt und geschwommen wird, überwachen die Beschäftigten das Geschehen, leisten Erste Hilfe und greifen in Notfällen ein. Beleidigungen, Bedrohungen und aggressive Auseinandersetzungen erschweren diese Arbeit und führen in vielen Einrichtungen bereits zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.
Deshalb beteiligt sich Pforzheim an der landesweiten Initiative „Respekt ist keine Einbahnstraße“. Die Kampagne der ARGE Bäder Baden-Württemberg soll den Umgang mit Beschäftigten in Hallen-, Frei- und Freizeitbädern stärker in den Blick rücken.
Grundlage dieses Berichts ist eine Mitteilung der Stadt Pforzheim vom 3. August 2026. Darin werden die landesweite Entwicklung und die Positionen der beteiligten Verantwortlichen beschrieben.
Landesweite Kampagne erreicht auch Pforzheim
Die Stadtverwaltung Pforzheim gehört der Arbeitsgemeinschaft Bäder Baden-Württemberg an. Gemeinsam mit den Mitgliedsbädern macht der Zusammenschluss nun auf Respektlosigkeit gegenüber den Menschen aufmerksam, die für Sicherheit, Technik, Hygiene und Sauberkeit verantwortlich sind.
Die Kampagne richtet sich ausdrücklich an alle Badegäste. Sie soll verdeutlichen, dass ein sicherer und attraktiver Badebetrieb nicht allein von Regeln und technischen Anlagen abhängt. Ebenso entscheidend ist, wie Besucher mit Beschäftigten, anderen Gästen und öffentlichen Einrichtungen umgehen.
Necdet Mantar, Vorsitzender der ARGE Bäder Baden-Württemberg, verweist auf die Verantwortung der Teams. Wer täglich für die Sicherheit der Gäste sorge, verdiene Anerkennung und Respekt – „keine Beschimpfungen oder Aggressionen“.
Beleidigungen und Bedrohungen erhöhen den Schutzaufwand
Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft beobachten viele Bäder seit Jahren eine zunehmende Belastung ihrer Beschäftigten. Genannt werden Respektlosigkeit, Beleidigungen und Bedrohungen, vereinzelt auch körperliche Übergriffe. Hinzu kommen mutwillige Sachbeschädigungen, Abfälle in den Anlagen und ein nachlassendes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit öffentlichem Eigentum.
Die Mitteilung nennt keine gesonderten Fallzahlen für Pforzheimer Bäder und beschreibt keine einzelnen örtlichen Vorfälle. Sie ordnet die Beteiligung der Stadt in eine landesweite Entwicklung ein, auf die zahlreiche kommunale und öffentliche Einrichtungen reagieren.

In vielen Freibädern werden inzwischen Sicherheitsdienste am Eingang oder auf dem Gelände eingesetzt. Sie sollen die Belegschaften schützen und bei Konflikten entlasten. Für die Betreiber entstehen dadurch zusätzliche Kosten – gerade an stark besuchten Tagen, an denen die Aufmerksamkeit der Beschäftigten zugleich am Beckenrand, in den technischen Bereichen und auf dem übrigen Gelände benötigt wird.
Von Badegästen wird verantwortungsvolles Verhalten erwartet
Die Erwartungen der Kampagne reichen über einen höflichen Ton hinaus. Besucher sollen Anweisungen des Personals respektieren, anderen Menschen so begegnen, wie sie selbst behandelt werden möchten, und sorgsam mit den Anlagen umgehen. Damit betrifft die Initiative sowohl den direkten Kontakt mit den Beschäftigten als auch Sauberkeit und Sachbeschädigungen.
Für Badegäste hat das eine unmittelbare Bedeutung: Wenn Teams nicht zusätzlich durch aggressive Konflikte gebunden werden, können sie sich stärker auf Aufsicht, Erste Hilfe, Hygiene und den regulären Betrieb konzentrieren. Die ARGE verbindet respektvolles Verhalten deshalb ausdrücklich mit der Sicherheit und Aufenthaltsqualität in den Bädern.
Mantar beschreibt die Einrichtungen als gemeinschaftlich genutzte Orte. Sie könnten nur dann dauerhaft angenehm bleiben, wenn sich Gäste untereinander respektvoll verhielten und die Arbeit der Beschäftigten anerkannten.
Kosten und Fachkräftemangel verschärfen den Druck
Die Konflikte treffen eine Branche, die bereits mit steigenden Energiepreisen sowie hohen Betriebs-, Instandhaltungs- und Sanierungskosten umgehen muss. Gleichzeitig suchen viele Bäder qualifiziertes Personal, um Öffnungszeiten und Betrieb langfristig abzusichern.
Felix Schneider, Geschäftsführer des Fildorado in Filderstadt und Initiator der Kampagne, sieht einen direkten Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Personalgewinnung. Fehlende Wertschätzung mache Berufe mit hoher Verantwortung weniger attraktiv. Die landesweite Initiative soll deshalb den Beschäftigten Rückhalt geben und sichtbar machen, dass respektloses Verhalten in den Bädern nicht akzeptiert wird.
Schneider bringt die Abhängigkeit der Einrichtungen von ihren Teams auf einen knappen Punkt: „Ohne unsere Mitarbeitenden können die Bäder nicht betrieben werden.“
Quelle: City of Pforzheim Press Releases
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Der Bericht stützt sich auf die Pressemitteilung der Stadt Pforzheim und trennt landesweite Aussagen von ausdrücklich belegten lokalen Angaben.
- Veröffentlichungsdatum und Start der landesweiten Kampagne wurden der städtischen Mitteilu...
- Die Mitgliedschaft der Stadtverwaltung Pforzheim in der ARGE Bäder Baden-Württemberg wurde...
- Die genannten Übergriffe wurden nicht als statistisch belegte Pforzheimer Einzelfälle darg...
- Aussagen von Necdet Mantar und Felix Schneider wurden ihren jeweiligen Funktionen zugeordn...
- Quelle
- Stadt Pforzheim – Pressemitteilung
- Umfang
- Pforzheim
- Aktualisiert
- 2026-08-04 19:22
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