2026-10-25 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Weißer Heizkörper unter einem Holzfenster in einer typischen deutschen Wohnung.

Heizkosten senken: So wirken Thermostat, Lüften und Abgleich

Wenn es im Herbst kälter wird, können passende Thermostateinstellungen, freigehaltene Heizkörper und bewusstes Lüften den Energieverbrauch beeinflussen. Wer zusätzlich die nächste Gas- oder Ölrechnung prüft, sollte Verbrauch, Abrechnungszeitraum und Arbeitspreis getrennt betrachten. Wie viel sich im Einzelfall sparen lässt, hängt unter anderem vom Gebäude, der Heizung und dem bisherigen Verhalten ab.

Thermostat passend zur Raumtemperatur einstellen

Ein Thermostat regelt, auf welche Temperatur ein Raum erwärmt werden soll. Die Stufen stehen für ungefähre Temperaturbereiche: Eine höhere Stufe bedeutet eine höhere Zieltemperatur, aber nicht, dass der Raum schneller warm wird. Wird der Regler weit aufgedreht, heizt die Anlage deshalb nicht automatisch schneller oder sinnvoller.

Stellen Sie die gewünschte Temperatur dort ein, wo der Raum tatsächlich genutzt wird. In wenig genutzten Räumen kann eine niedrigere Einstellung passen; dauerhaft ganz abgedrehte Heizkörper sind jedoch nicht in jeder Wohnung sinnvoll. Achten Sie darauf, dass Türen zwischen unterschiedlich temperierten Räumen nicht unnötig lange offen stehen. Sonst müssen warme und kühlere Bereiche stärker ausgeglichen werden, was den Heizbedarf beeinflussen kann.

Prüfen Sie nach einer Änderung, ob die Temperatur im Alltag angenehm bleibt. Häufiges Hoch- und Herunterdrehen macht es schwerer, den eigenen Bedarf einzuschätzen. Eine verlässliche Einstellung über längere Zeit hilft, den Verbrauch bewusster zu steuern. Die passende Einstellung ist dabei individuell: Sie hängt von der Nutzung des Raums und den Eigenschaften des Gebäudes ab.

Heizkörper freihalten und kurz lüften

Möbel, Verkleidungen und lange Vorhänge können die Wärmeabgabe eines Heizkörpers behindern. Lassen Sie deshalb möglichst Platz vor dem Heizkörper und halten Sie das Thermostat frei. Wird es von einem Vorhang verdeckt oder direkt durch aufsteigende Wärme beeinflusst, kann es die Raumtemperatur unter Umständen unpassend erfassen. Dann entspricht die Regelung möglicherweise nicht dem Wärmeempfinden im übrigen Raum.

Beim Lüften geht Wärme verloren. Dauerhaft gekippte Fenster lassen den Raum über längere Zeit auskühlen und können den Heizbedarf erhöhen. Lüften Sie stattdessen bewusst und schließen Sie das Fenster anschließend wieder. Währenddessen kann es sinnvoll sein, das Thermostat herunterzuregeln, damit die Heizung nicht gegen die einströmende kalte Luft anheizt.

Nach dem Lüften braucht ein ausgekühlter Raum Zeit, um wieder die eingestellte Temperatur zu erreichen. Die genaue Dauer hängt unter anderem von Außentemperatur, Raumgröße und Heizsystem ab. Vermeiden Sie es, diese Verzögerung durch eine unnötig hohe Thermostatstufe ausgleichen zu wollen: Die Stufe steht für eine höhere Zieltemperatur, nicht für schnelleres Aufheizen.

Heizkosten senken: So wirken Thermostat, Lüften und Abgleich

Hydraulischen Abgleich prüfen lassen

Bei einem hydraulischen Abgleich wird die Wärmeverteilung im Heizsystem fachgerecht eingestellt. Das kann helfen, Heizkörper gleichmäßiger mit Heizwasser zu versorgen. Hinweise auf eine ungleichmäßige Verteilung können beispielsweise Heizkörper sein, die unterschiedlich schnell warm werden, oder einzelne Räume, die trotz laufender Heizung schwer die gewünschte Temperatur erreichen.

Solche Beobachtungen beweisen für sich allein nicht, dass ein Abgleich fehlt. Auch andere Ursachen kommen infrage. Wenn die Wärmeverteilung dauerhaft auffällig ist, können Eigentümer oder die Hausverwaltung eine Fachperson um eine Prüfung bitten. In einer Mietwohnung sollte die zuständige Verwaltung informiert werden, statt Einstellungen an der Heizungsanlage selbst vorzunehmen. Der Abgleich ist eine fachliche Prüfung der Anlage und keine Maßnahme, deren Nutzen sich allein aus einem einzelnen kalten Raum ableiten lässt.

Gas- oder Ölrechnung Schritt für Schritt vergleichen

Eine höhere Rechnung bedeutet nicht automatisch, dass allein die Heizungseinstellungen dafür verantwortlich sind. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Sie die Angaben getrennt betrachten:

  • Verbrauch: Vergleichen Sie die abgerechnete Energiemenge mit einem ähnlich langen Zeitraum. Wetter und Nutzung können den Bedarf verändern.
  • Abrechnungszeitraum: Prüfen Sie Anfangs- und Enddatum. Ein längerer Zeitraum kann auch bei ähnlichem Tagesverbrauch eine höhere Gesamtsumme ergeben.
  • Arbeitspreis: Sehen Sie nach, welcher Preis je verbrauchter Einheit angesetzt wurde und ob er sich gegenüber der vorherigen Abrechnung geändert hat.

Halten Sie die Werte aus alter und neuer Abrechnung nebeneinander. So lässt sich besser unterscheiden, ob vor allem mehr Energie verbraucht wurde, ein anderer Zeitraum abgerechnet wird oder sich der Preis geändert hat. Der Arbeitspreis betrifft den Preis für die verbrauchte Energie; er erklärt daher nicht automatisch eine Veränderung der Verbrauchsmenge. Bei Unklarheiten können Sie den Anbieter um eine nachvollziehbare Aufschlüsselung bitten.

Hinweise für die Heizperiode nutzen

Die Verbraucherzentrale stellt Informationen zu Heizen, Warmwasser und Energiesparmaßnahmen bereit. Ihre Hinweise können bei allgemeinen Fragen helfen; welche Maßnahmen in einem konkreten Gebäude sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Situation ab. Bei Fragen zur Anlage oder auffälliger Wärmeverteilung sollten Sie außerdem klären, wer in Ihrem Haushalt oder Gebäude für Wartung und Einstellungen zuständig ist. Die Verbraucherzentrale bietet weitere Informationen zum Heizen und Warmwasser.

Quelle: Verbraucherzentrale

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