Die CDU geht als stärkste Kraft der Wiederholungswahl 2023 in die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026. Ob sie erneut landesweit die meisten Zweitstimmen erhält, entscheidet sich jedoch erst im vorläufigen amtlichen Landesergebnis. Der Ausgang prägt die Koalitionsverhandlungen und damit den politischen Spielraum bei Wohnungsbau, Mieten, Verkehr, Verwaltung und Landeshaushalt. Das amtliche Berliner Wahlportal veröffentlicht den Wahltermin, Bekanntmachungen und die offiziellen Ergebnisse.
Die Prognose auf einen Blick
- Frage: Erhält die CDU berlinweit mehr Zweitstimmen als jede andere Landesliste?
- Frist: Die Prognose schließt am 20. September 2026.
- JA: Die CDU liegt im vorläufigen amtlichen Landesergebnis allein auf Platz eins.
- NEIN: Eine andere Liste liegt vorn oder die CDU teilt sich den ersten Platz.
- Entscheidende Quelle: Das Landesergebnis der Landeswahlleiterin für Berlin.
Damit wird ausschließlich die Rangfolge der Zweitstimmen bewertet. Weder die Zahl der Direktmandate noch die spätere Wahl des Regierenden Bürgermeisters oder die Zusammensetzung des Senats entscheiden über die Auflösung.
Die Wiederholungswahl 2023 verschaffte der CDU die beste Ausgangslage
Die Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus im Februar 2023 veränderte das Berliner Kräfteverhältnis deutlich. Die CDU wurde mit rund 28 Prozent stärkste Partei. SPD und Grüne folgten nahezu gleichauf, während Linke und AfD ebenfalls in das Parlament einzogen. Die FDP blieb unter der für den regulären Listeneinzug maßgeblichen Fünfprozenthürde.
Aus diesem Ergebnis entstand eine Koalition von CDU und SPD. Für die Prognose zählt daran vor allem ein Punkt: Die CDU startet nicht als rechnerische Außenseiterin, sondern als bisherige Wahlsiegerin und führende Regierungspartei. Das ist eine relevante Ausgangslage, aber keine Garantie für 2026.
Zwischen zwei Wahlen können Regierungsbilanz, Kandidaturen, bundespolitische Entwicklungen und die Mobilisierung in einzelnen Bezirken das Ergebnis verschieben. Auch ein klarer Vorsprung bei der vorangegangenen Wahl kann schrumpfen, wenn mehrere Parteien um wechselbereite Wähler konkurrieren.
Welche Parteien der CDU den ersten Platz streitig machen können
SPD, Grüne, Linke und AfD gehören zu den wichtigsten Wettbewerbern um Zweitstimmen. Ihre Chancen hängen nicht nur von berlinweiten Zustimmungswerten ab, sondern auch davon, welche Themen den Wahlkampf bestimmen und wie geschlossen die Parteien auftreten.
Die SPD kann auf ihre lange Rolle als prägende Berliner Regierungspartei verweisen. Die Grünen besitzen eine starke Basis in mehreren innerstädtischen Bezirken und verbinden Verkehrs-, Klima- und Wohnungspolitik. Die Linke setzt traditionell Schwerpunkte bei Mieten, sozialem Wohnungsbau und öffentlicher Daseinsvorsorge. Die AfD versucht insbesondere Unzufriedenheit mit Bundes- und Landespolitik zu mobilisieren.
Kleinere Parteien können die Rangfolge indirekt beeinflussen, selbst wenn sie nicht in das Abgeordnetenhaus einziehen. Jede Zweitstimme verändert die prozentualen Anteile. Zugleich kann das Abschneiden an der Fünfprozenthürde bestimmen, wie viele Parteien später für eine mehrheitsfähige Koalition zur Verfügung stehen.
Spitzenkandidaturen beeinflussen den Wahlkampf, nicht die Auflösungsregel
Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten geben den Parteien ein Gesicht und können die Bewertung von Führung, Verwaltungskompetenz und Koalitionsfähigkeit prägen. Verbindlich sind die zugelassenen Wahlvorschläge und Landeslisten, über die die Berliner Wahlverwaltung informiert.
Für die Prognose ist jedoch unerheblich, welche Person die höchste Zustimmung erhält oder später ein Regierungsamt übernimmt. Entscheidend bleibt allein, welche Landesliste im vorläufigen amtlichen Ergebnis die meisten Zweitstimmen erreicht.

Was ein CDU-Sieg für mögliche Koalitionen bedeuten würde
Ein erster Platz wäre kein automatischer Regierungsauftrag mit garantierter Mehrheit. Berlin wird voraussichtlich erneut eine Koalition benötigen. Selbst als stärkste Kraft müsste die CDU deshalb Partner finden, sofern sie keine absolute Mehrheit der Sitze erreicht.
Ein JA-Ergebnis würde der CDU eine starke Verhandlungsposition geben. Denkbar wären je nach Sitzverteilung eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der SPD oder andere rechnerisch mögliche Bündnisse. Politische Ausschlüsse, inhaltliche Differenzen und Beschlüsse der Parteien können den Kreis realistischer Optionen allerdings begrenzen.
Ein NEIN-Ergebnis träte ein, wenn SPD, Grüne, Linke, AfD oder eine andere Landesliste mehr Zweitstimmen erhält. Auch ein exakter Gleichstand auf dem ersten Platz reicht nicht für JA. In diesem Szenario könnte eine andere Partei den Anspruch erheben, die ersten Gespräche über eine Regierungsbildung zu führen. Eine Koalition unter CDU-Beteiligung bliebe rechnerisch trotzdem möglich.
Die stärkste Partei stellt zudem nicht zwingend den Regierenden Bürgermeister. Ausschlaggebend ist, welche politische Kombination im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit organisiert und eine Person ins Amt wählt.
Wohnen und Mieten dürften die Koalitionsgespräche prägen
Für Berlinerinnen und Berliner ist die Rangfolge vor allem deshalb relevant, weil sie den Ausgangspunkt für Sachentscheidungen verändert. Beim Wohnen treffen unterschiedliche Vorstellungen über Neubau, Nachverdichtung, landeseigene Gesellschaften, Regulierung und den Umgang mit privaten Investoren aufeinander.
Eine CDU-geführte Verhandlung dürfte den Schwerpunkt voraussichtlich stärker auf beschleunigte Genehmigungen, zusätzliche Bauflächen und Kooperationen mit privaten sowie öffentlichen Bauträgern legen. Parteien links der CDU betonen häufiger Mieterschutz, kommunalen Wohnungsbestand und strengere Vorgaben. Welche Linie tatsächlich umgesetzt wird, hängt vom Koalitionsvertrag und den finanziellen Möglichkeiten des Landes ab.
Für Mieter folgt aus dem Wahlsieg einer einzelnen Partei daher keine unmittelbare Änderung des Mietvertrags. Politisch relevant sind spätere Gesetze, Bundesratsinitiativen, Förderprogramme, Haushaltsbeschlüsse und die Steuerung landeseigener Wohnungsunternehmen.
Beim Verkehr geht es um Flächen, Tempo und Investitionen
Auch in der Verkehrspolitik kann die Koalitionsbildung den Alltag sichtbar verändern. Konfliktpunkte sind unter anderem der Ausbau von Radwegen, die Aufteilung des Straßenraums, Parkraumbewirtschaftung, Tempo-Regelungen, der öffentliche Nahverkehr und Investitionen in Straßen und Brücken.
CDU, SPD, Grüne und Linke setzen dabei unterschiedliche Prioritäten. Ein Wahlsieg legt noch kein konkretes Verkehrsprojekt fest, stärkt aber die Position der führenden Partei bei der Verteilung von Ressorts und der Formulierung des Koalitionsvertrags.

Entscheidend bleibt, welche Vorhaben finanziert und verwaltungsrechtlich umgesetzt werden können. Planungszeiten, Personalengpässe, Gerichtsentscheidungen und Zuständigkeiten zwischen Land und Bezirken können politische Zusagen verzögern.
Verwaltung und Haushalt begrenzen den politischen Spielraum
Viele Berliner Probleme lassen sich nicht allein durch neue Beschlüsse lösen. Bürgerämter, Schulen, Bauaufsicht und andere Behörden benötigen Personal, digitale Verfahren und verlässliche Zuständigkeiten. Parteien können unterschiedliche Reformmodelle anbieten, müssen diese aber innerhalb der bestehenden Verwaltungsstruktur umsetzen.
Der Landeshaushalt setzt eine weitere Grenze. Zusätzlicher Wohnungsbau, ein dichterer Nahverkehr, die Sanierung öffentlicher Gebäude und mehr Personal konkurrieren um begrenzte Mittel. Ein schwächeres Steueraufkommen oder steigende Ausgaben können dazu führen, dass Koalitionspartner Projekte verschieben, verkleinern oder neu priorisieren.
Deshalb sollte die Wahlfrage nicht mit der Annahme verwechselt werden, Platz eins ermögliche einer Partei die vollständige Umsetzung ihres Programms. Je vielfältiger eine Koalition ist, desto stärker werden politische Vorhaben ausgehandelt.
Umfragen zeigen Stimmungen, aber kein Wahlergebnis
Wahlumfragen sind Momentaufnahmen. Sie beruhen auf Stichproben, Hochrechnungen und Annahmen darüber, welche Befragten tatsächlich wählen. Kleine Abstände zwischen Parteien können innerhalb der statistischen Unsicherheit liegen.
Hinzu kommen mögliche Veränderungen durch den Wahlkampf. Debatten, Kandidatenauftritte, bundespolitische Ereignisse und kurzfristige Mobilisierung können die Entscheidung bis zum Wahltag beeinflussen. Auch die Verteilung der Stimmen zwischen den Bezirken lässt sich aus einem einzelnen berlinweiten Wert nur begrenzt ablesen.
Besonders vorsichtig sind Vergleiche zwischen Instituten zu behandeln. Abweichende Befragungsmethoden, Erhebungszeiträume und Gewichtungen können unterschiedliche Werte ergeben, ohne dass sich die Stimmung tatsächlich stark verändert hat. Aussagekräftiger ist die Entwicklung mehrerer Erhebungen über einen längeren Zeitraum.
So wird die Frage am Wahlabend entschieden
Maßgeblich ist das von der Landeswahlleiterin veröffentlichte vorläufige amtliche Landesergebnis für die Zweitstimmen. Die Berliner Wahlverwaltung informiert außerdem über die Abgeordnetenhauswahl und den Ablauf der Ergebnisermittlung.
Die Auflösung folgt einer einfachen Reihenfolge:
- Die berlinweiten Zweitstimmen aller Landeslisten werden verglichen.
- Hat die CDU allein die höchste Stimmenzahl, lautet das Ergebnis JA.
- Liegt eine andere Liste vorn oder besteht auf Platz eins Gleichstand, lautet es NEIN.
- Spätere geringfügige Korrekturen ändern die Auflösung nicht, sofern das vorläufige Ergebnis nicht ausdrücklich zurückgezogen wird.
Hochrechnungen, Nachwahlbefragungen und Zwischenstände können am Abend Hinweise geben, entscheiden die Frage aber nicht. Der nächste maßgebliche Prüfpunkt ist die Veröffentlichung des vollständigen vorläufigen Landesergebnisses auf dem amtlichen Wahlportal.
Quelle: Die Landeswahlleiterin für Berlin
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Entscheidung der Prognose
Die Frage wird ausschließlich anhand der berlinweiten Zweitstimmen im vorläufigen amtlichen Landesergebnis entschieden.
- Veröffentlichung des vorläufigen amtlichen Landesergebnisses prüfen
- Zweitstimmen der CDU mit allen anderen Landeslisten vergleichen
- Einen Gleichstand auf Platz eins als NEIN werten
- Eine mögliche ausdrückliche Rücknahme des vorläufigen Ergebnisses beachten
- Quelle
- Die Landeswahlleiterin für Berlin
- Umfang
- Berlin
- Aktualisiert
- 2026-07-31 14:59
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