2026-09-23 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Nahaufnahme einer Tankanzeige im Auto, die einen fast leeren Tank anzeigt.

Benzin und Diesel sparen: So senken Sie Ihren Verbrauch

Wer beim Tanken sparen möchte, sollte zwei Größen getrennt betrachten: den aktuellen Preis pro Liter und den Verbrauch des eigenen Autos. Den Preis können Sie vor der Fahrt vergleichen. Den Verbrauch beeinflussen unter anderem Reifendruck, Zuladung, Streckenwahl und Fahrweise. Welche Maßnahme bei Ihnen am meisten bringt, zeigt eine Messung über mehrere Tankfüllungen.

Von der Redaktion Vielohrsophen.de

Erst den eigenen Verbrauch pro 100 Kilometer berechnen

Der Bordcomputer liefert einen schnellen Anhaltspunkt. Für einen Vergleich über längere Zeit können Sie zusätzlich Tankmengen und gefahrene Kilometer notieren. Tanken Sie möglichst unter ähnlichen Bedingungen und verwenden Sie für die Rechnung die nachgefüllte Menge und die seit dem vorherigen Tanken gefahrene Strecke. Einzelne Messungen können schwanken; mehrere Tankfüllungen ergeben ein aussagekräftigeres Bild.

Die Rechnung lautet: Getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100 = Liter pro 100 Kilometer. Wenn Sie nach 600 Kilometern 36 Liter nachtanken, ergibt das 6,0 Liter pro 100 Kilometer. Erfasst wird damit der Verbrauch über diese Strecke, nicht der Wert einer einzelnen Fahrt.

Notieren Sie auch, ob Sie überwiegend in der Stadt, auf Landstraßen oder auf der Autobahn unterwegs waren. Ein Vergleich ist nur hilfreich, wenn die Fahrten einigermaßen ähnlich sind. Beladung, Wetter, Verkehr und eingeschaltete Verbraucher können das Ergebnis ebenfalls verändern.

Gemessener Verbrauch Kraftstoff für 500 km Rechnung für die Fahrtkosten
7,0 l/100 km 35,0 l 35,0 × aktueller Literpreis
6,5 l/100 km 32,5 l 32,5 × aktueller Literpreis
6,0 l/100 km 30,0 l 30,0 × aktueller Literpreis

Die Tabelle zeigt Rechenbeispiele, keine garantierten Einsparungen. Sinkt der gemessene Verbrauch von 7,0 auf 6,5 Liter pro 100 Kilometer, benötigen Sie für 500 Kilometer rechnerisch 2,5 Liter weniger. Den Geldbetrag erhalten Sie, indem Sie diese Menge mit dem tatsächlich gezahlten Literpreis multiplizieren.

Benzin und Diesel sparen: So senken Sie Ihren Verbrauch

Vor der Fahrt Reifendruck und unnötige Last prüfen

Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und kann den Verbrauch steigern. Prüfen Sie den Druck bei möglichst kalten Reifen und richten Sie sich nach den Angaben für Ihr Fahrzeug und seine aktuelle Beladung. Die passenden Werte stehen häufig an der Türsäule, an der Tankklappe oder in der Betriebsanleitung. Ein pauschaler Druckwert für alle Autos wäre ungeeignet.

Räumen Sie Gegenstände aus dem Auto, die Sie nicht benötigen. Zusätzliche Masse kostet besonders beim häufigen Anfahren Energie. Auch ein leerer Dachträger oder eine Dachbox kann durch höheren Luftwiderstand ins Gewicht fallen. Entfernen Sie solche Aufbauten nach der Nutzung, sofern das ohne großen Aufwand möglich ist.

Ein kurzer Rundgang vor der Fahrt genügt oft: Beladung ansehen, Dachaufbauten prüfen und bei fälliger Kontrolle den Reifendruck messen. Sicherheit geht dabei vor. Benötigte Ausrüstung gehört ins Fahrzeug, und der Reifendruck sollte nicht allein für einen möglichen Spareffekt von den Herstellervorgaben abweichen.

Kurzstrecken bündeln und vorausschauend fahren

Auf kurzen Fahrten erreicht der Motor häufig nicht seine übliche Betriebstemperatur. Mehrere einzelne Fahrten mit kaltem Start können deshalb ungünstiger sein als eine sinnvoll geplante Strecke. Prüfen Sie, ob sich Besorgungen verbinden lassen oder ob ein sehr kurzer Weg zu Fuß oder mit dem Rad praktikabel ist. Ein großer Umweg zum vermeintlich günstigen Einkauf kann den Vorteil wieder aufzehren.

Während der Fahrt hilft ein gleichmäßiges Tempo. Halten Sie ausreichend Abstand, beobachten Sie den Verkehr weit voraus und nehmen Sie frühzeitig Gas weg, wenn eine Ampel rot ist oder eine Kolonne langsamer wird. Dadurch vermeiden Sie unnötiges Beschleunigen und Bremsen. Beschleunigen Sie angemessen und nutzen Sie die Gangwahl beziehungsweise den Fahrmodus Ihres Fahrzeugs so, dass der Motor ruhig arbeitet.

Benzin und Diesel sparen: So senken Sie Ihren Verbrauch

Vorausschauendes Fahren bedeutet nicht, andere zu behindern oder riskant langsam zu fahren. Halten Sie sich an Tempolimits und passen Sie Ihre Geschwindigkeit der Verkehrslage an. Rollen Sie nicht mit ausgeschaltetem Motor oder im Leerlauf, um Kraftstoff zu sparen: Das kann die Kontrolle über das Fahrzeug beeinträchtigen und ist keine sinnvolle Alltagsmaßnahme.

Geschwindigkeit und Klimaanlage bewusst wählen

Bei höherem Tempo steigt der Luftwiderstand stark an. Auf der Autobahn kann ein etwas niedrigeres, gleichmäßiges Reisetempo deshalb mehr bewirken als kleine Änderungen an einer kurzen Stadtfahrt. Wie groß der Unterschied ist, hängt von Fahrzeug, Strecke, Wind und Verkehr ab. Eine feste Ersparnis in Litern lässt sich daraus für Ihr Auto nicht seriös ableiten.

Auch die Klimaanlage braucht Energie. Nutzen Sie sie passend zum Wetter: Ein aufgeheiztes Fahrzeug lässt sich vor dem Losfahren kurz lüften, danach können geschlossene Fenster und eine maßvolle Temperatureinstellung sinnvoll sein. Auf schnellen Strecken können weit geöffnete Fenster wiederum den Luftwiderstand erhöhen. Verzichten Sie bei Hitze nicht auf eine angenehme Innenraumtemperatur, wenn Konzentration und Wohlbefinden darunter leiden würden.

Vor dem nächsten Tanken Preis und Strecke zusammen betrachten

Vergleichen Sie kurz vor dem Tanken die Preise erreichbarer Stationen. Als Datengrundlage für aktuelle Preisvergleiche kann die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe dienen; die Bundesnetzagentur stellt Informationen zur Preistransparenz bei Kraftstoffpreisen bereit. Entscheidend ist der aktuelle Preis an der Station, die Sie tatsächlich anfahren können.

Rechnen Sie einen zusätzlichen Weg mit ein. Ist eine Tankstelle günstiger, aber weit entfernt, kostet die Anfahrt ebenfalls Kraftstoff und Zeit. Für eine grobe Prüfung multiplizieren Sie die zusätzlichen Kilometer mit Ihrem Verbrauch pro Kilometer und anschließend mit dem aktuellen Literpreis. Beachten Sie dabei, ob die Station ohnehin auf Ihrer Route liegt.

Für die nächste Fahrt reicht ein einfacher Ablauf: Prüfen Sie bei Bedarf Reifendruck und Beladung, planen Sie unnötige Kurzstrecken zusammen und vergleichen Sie den aktuellen Preis entlang Ihrer Route. Schreiben Sie beim Tanken Liter und Kilometerstand auf. Nach einigen Tankfüllungen sehen Sie, ob sich Ihr Verbrauch unter vergleichbaren Bedingungen tatsächlich verändert hat.

Quelle: Bundesnetzagentur

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